Serverumzug, aber wie?
Oft startet man sein Web-Projekt auf einem sehr gering ausgebauten Webhosting. Gerade für kleine Start-Up`s ist hier der Preis einer der wesentlichsten Gesichtspunkte. Aber wenn alles läuft wie geplant, wird das Hosting in der Regel aus allen Nähten platzen und man muss sich nach einem leistungsfähigeren System umsehen.
Welche Probleme können bei einem Umzug entstehen?
IP
Zu jedem Domänennamen existiert eine IP Adresse. Dies ist eine Zahlenkombination, die genau den Server anspricht, auf dem Ihre Webseiten liegen. Sie können dies mit einem Eintrag im Telefonbuch vergleichen. Dort suchen Sie nach einem Namen und bekommen die Telefonnummer unter der der Teilnehmer zu erreichen ist. Wenn Sie nun einen Umzug planen, wird sich auch die IP Adresse des neuen Webangebots ändern. Sollten Sie nur statische Inhalte ausliefern ist das bezüglich der Webseite kein Problem. Sie kopieren einfach die Dateien vom alten auf den neuen Server und warten bis die DNS Umstellung alle Nutzer erreicht hat. Dies sollte max. 48 Stunden dauern.
Datenbank
Falls Sie die Inhalte Ihrer Webseite aus einer Datenbank generieren ergeben sich weitere Probleme, für die es eine Lösung zu finden gilt. Ohne den Parallelbetrieb beider Webangebot über wenigstens 48 Stunden wird dies nicht ohne Ausfallzeiten funktionieren. Zum einen können Sie die Datenbank einfach auf den neuen Server kopieren und somit beide Systeme auf den gleichen Stand bringen. Sie müssen hierbei jedoch beachten, das während der Umstellungsphase keine Änderungen an der Datenbank vorgenommen werden dürfen, da sich die Inhalte für Ihre Besucher sonst unterscheiden, je nachdem welchen Server Ihr Besucher gerade abfragt. Bei Shop-Systemen kommt das natürlich nicht in Fragen, da Sie sonst mit doppelten Bestell- und Kundennummern etc. zu tun hätten. Für diesen Fall empfehle ich den Shop einige Minuten vom Netz zu nehmen, den aktuellen Datenbestand auf den neuen Server zu transferieren und dann den Zugriff auf dem alten Webangebot so einzurichten, das die Scripte die Daten vom neuen System laden. Dies verlangsamt einige Zeit den Betrieb der Webseite, da höhere Latenzzeiten bei Datenbankabfragen entstehen, Sie haben aber den Vorteil, das Ihre Besucher immer den gleichen Datenbestand sehen, ganz gleich welchen Server Sie abfragen.
Bei der elektronischen Post entstehen nun die gleichen Probleme wie bei einem Umzug in der realen Welt. Es werden noch einige Zeit Briefe an die alte Adresse ausgeliefert. Um keine eMails zu verlieren müssen Sie nun zwei kleine Schritte gehen:
- Starten Sie Ihr eMail Programm und tragen Sie bei den Einträgen für den Servername (IMAP/POP3/SMTP) die bisherige IP Adresse statt dem Domänennamen ein. Somit können Sie unabhängig von der DNS Umstellung noch auf das alte Postfach zugreifen.
- Richten Sie ein zweites eMail Konto für Ihre eMail ein. Diesmal geben Sie hier für den Servernamen die neue IP Adresse an. (Dies ist nach dem Umzug Ihr Standardkonto).
Es klingt etwas aufwändig ist aber meist der einzige Weg alle Mails auch tatsächlich zu erhalten. Selbstverständlich können wir Ihnen auch angenehmere Lösungen anbieten. Der hier beschriebene Weg hat aber den Vorteil, das er unter allen Umständen funktioniert. Nach einigen Tagen sollten Sie keine eMails mehr auf dem alten System empfangen und müssen den alten Server nicht mehr abfragen. Nachdem der Alt-Vertrag ausläuft werden Sie sich auch nicht mehr auf das alte System verbinden können und sollten den Account, nach einem Backup, löschen.
Fazit
Ein Serverwechsel sollte wohl geplant und nicht mal eben ausgeführt werden. Sollten Sie sich nicht zu 100% sicher sein, das Sie alle Aspekte berücksichtigt haben, sollten Sie ein Fachunternehmen mit dem Umzug beauftragen.
